In der letzten Woche traf ich Christiane Böttcher und Silvia Plum (Caritas Ahrweiler) zum Austausch über die Nachwirkungen der Flut und deren Auswirkung auf ihre Arbeit.
Frau Böttcher und Frau Plum berichteten mir von ihren ersten Eindrücken direkt nach der Flut bis hin zu den neu geplanten Projekten. Die ersten Wochen nach der Flut waren gekennzeichnet von einer großen Flexibilität und einer Absicherung der Versorgung der bisherigen Klienten. Hier zeigten die MitarbeiterInnen eine große Einsatzbereitschaft und Initiative, gleichwohl der Mitarbeiterstamm selbst von der Flutkatastrophe betroffen war und man hier personell umplanen musste.
Insgesamt konnten die fünf betroffenen Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Paderborn und Trier die Opfer der Flutkatastrophe mit bislang 9 Millionen Euro unterstützen. 6 Millionen Euro davon flossen in Soforthilfen - unbürokratische Bargeldauszahlungen oder Haushaltsbeihilfen, die der Wiederbeschaffung von Hausrat wie Waschmaschinen oder Kühlschränken dienten. Sie lindern die akute Not. Drei Millionen Euro werden für begleitende psycho-soziale Angebote verwendet. Susanne Müller dankte den beiden Mitarbeiterinnen und ihrem Team. „Die Arbeit der Caritas vor Ort und auch die überregionale Arbeit sind ein wichtiger Baustein der Versorgung der Menschen vor Ort. Gerade nach der Flutkatastrophe war dies durch ständig wechselnde Bedingungen gekennzeichnet. Dafür spreche ich den Mitarbeitern meinen ganzen Dank und meine Wertschätzung aus“.
Christiane Böttcher und Silvia Plum berichten, dass sich oft erst im persönlichen Gespräch Bedarfe zeigen und auch manchmal eine Antragstellung für finanzielle Hilfen der Einstieg in ein persönliches Gespräch ist: Wer braucht psychologische Unterstützung? Wer benötigt eine Schuldnerberatung? Welche spezifischen Probleme haben ältere Menschen oder Menschen mit geringem Einkommen?" Bei der Stellung der Anträge wird unbürokratisch und schnell geholfen.
Die MitarbeiterInnen versuchen auch jene zu erreichen, die schon vor der Flut nicht gut integriert waren z. B. in einer Dorfgemeinschaft, einem Stadtviertel oder im öffentlichen Raum. Durch die Situation, die für viele Betroffene vor Ort gleichermaßen besteht, gelingt dies auch. Die Hilfe der Caritas ist auf lange Sicht angelegt. Die Mitarbeiterinnen berichten, dass Wiederaufbau und Beratung / Sozialarbeit miteinander verknüpft werden, um den Menschen langfristig und nachhaltig zu helfen. Hier sind EhrenamtlerInnen mit den MitarberiterInnen der Caritas gemeinsam unterwegs, um die Menschen zu erreichen, sie hilfreich zu unterstützen und ihnen zuzuhören.
Abschließend berichten Böttcher und Plum von möglich neuen Projekten und Ideen. So wird beispielsweise künftig auch eine Möglichkeit bestehen, Bauchfachberatung in das Angebot der Caritas einzubeziehen, als direkte Notwendigkeit im Hinblick auf die große Nachfrage.
Susanne Müller zeigt sich begeistert von diesen Ideen: „Es wird klar, dass in dieser Krise auch eine Chance liegt, soziale Strukturen neu zu gestalten und Bestehendes zu überdenken und an die Bedarfe vor Ort anzupassen. Hier hat die Caritas in Ahrweiler meine volle Unterstützung.“
„Die Landesregierung fördert die Schulsozialarbeit im Landkreis Ahrweiler in diesem Jahr mit 76.500 Euro. Das hat Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig heute bekanntgegeben. Ich freue mich sehr, denn Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter leisten wertvolle Arbeit an unseren Schulen. Sie unterstützen und begleiten Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern bei schulischen sowie privaten Fragen. Wie wichtig diese Arbeit ist, wird uns insbesondere während der Pandemie klar, in der Kinder und Jugendliche zum Teil enorme Einschränkungen haben erfahren müssen“, sagte Müller.
Mit den Mitteln der Landesregierung können im Kreis Ahrweiler 2,5 Stellen für Schulsozialarbeit finanziert werden. „Die Landesregierung unterstützt damit die Kommunen, die als Träger der Kinder- und Jugendhilfe für die Schulsozialarbeit zuständig sind.“ Darüber hinaus stellt das Land im Rahmen des Programms CHANCEN@lernen.rlp in diesem und im nächsten Schuljahr knapp 8,4 Millionen Euro für sozialpädagogische Angebote in Schulen zur Verfügung. „Das sind Mittel, die gut investiert sind, denn sie kommen unseren Schülerinnen und Schülern zugute“, so die MdL Susanne Müller.
Insgesamt stellt das Land jedes Jahr rund zehn Millionen Euro für Schulsozialarbeit an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen zu Verfügung. Dazu kommt der Unterstützungsfonds des Landes, mit dem Kommunen auch Integrationshelferinnen und -helfer sowie Schulsozialarbeiter finanzieren können. „Insgesamt sind das 20 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kommen jetzt noch einmal die 8,4 Millionen Euro, mit denen das Land die Kommunen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützt“, so Müller abschließend.
Nachfolgend der Text des "Sinziger Appells"
Gemeinsamer Sinziger Appell vom 24. Januar 2022
Wir wollen nicht länger zuschauen müssen, wie Menschen in unserer Stadt die Demokratie und unsere demokratischen Grundrechte missachten. Seit einigen Wochen beobachten wir ein Spektakel, das nichts mit einem Spaziergang zu tun hat, sich aber selbst euphemistisch gern so bezeichnet.
Warum haben wir uns als loses Bündnis in den letzten Wochen montags hier in Sinzig versammelt? Was bringt die verschiedenen Parteien, aber auch Vereine und viele engagierte Demokratinnen und Demokraten jeden Montag solidarisch vor das Rathaus in Sinzig?
Das möchten wir kurz erläutern und dann einen klaren Appell an die Verantwortlichen im Land richten, die Ordnungskräfte und uns hier nicht länger allein zu lassen.
Wir sind montags auf dem Kirchplatz,
Wir alle wünschen uns, dass wir wieder "normaler" unseren Alltag leben können und unbeschwerter mit Freund*innen, Kolleg*innen und der Familie zusammen sein können, aber
die Corona-Maßnahmen schränken uns eben nicht unverhältnismäßig in unseren Grundrechten ein.
Die sogenannten "Spaziergänge" sind unangemeldete Versammlungen, die bewusst unsere
demokratischen Spielregeln umgehen und sollten deshalb auch als solche behandelt werden.
Wir werden so lange montags hier sein, bis diese "Spaziergänge" so nicht mehr stattfinden. Wir appellieren an die Verantwortlichen im Land, die Polizeikräfte aufzustocken und die jede Woche stattfindenden Ordnungswidrigkeiten nicht länger zu dulden. Es muss Konsequenzen haben, wenn Menschen sich bewusst über die Corona-Schutzmaßnahmen hinwegsetzen und unter anderem Flugblätter verteilen, aber sich weigern, eine Versammlung ordnungsgemäß anzumelden.
Erstunterzeichnende:
Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN KV Ahrweiler
Jusos und SPD Breisiger Land
SPD OV Sinzig
SPD OV Bad Bodendorf
Die LINKE KV Ahrweiler
DIE PARTEI - Freunde des Ahrtals
Zu Jahresbeginn konnte das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration bekannt geben, dass die neue Ampel-Website
www.frauenhaeuser-rheinlandpfalz.de
an den Start gegangen ist. Diese informiert die Frauen auf einen Blick, in welchen Frauenhäusern Platz ist, somit können sie diese gezielt anfragen. Die Website bietet Hilfe suchenden Frauen und Fachkräften – wie beispielsweise der Polizei – die Möglichkeit, zu jeder Tages- und Nachtzeit die aktuelle Belegung der Frauenhäuser in Rheinland-Pfalz einzusehen. Darüber hinaus wird über weitere Unterstützungsmöglichkeiten informiert.
Anhand eines einfachen Ampelsystems kann man auf einen Blick erfassen, wo es Kapazitäten gibt. Rot steht für "voll belegtes Haus", gelb für "freie Plätze für Frauen ohne Kinder" und grün steht für "freie Plätze für Frauen mit Kindern". So ist sofort zu sehen, ob das Frauenhaus Frauen mit Behinderungen aufnehmen kann oder ob beispielsweise Haustiere erlaubt sind. Es ist auch ein „Notausstieg“ eingebaut. Der Notausstieg ermöglicht das sofortige Schließen der Website, falls sich die betroffene Frau bei der Nutzung beobachtet fühlt.
Der Aufbau der Website ist durch das Frauenministerium mit rund 13.000 Euro gefördert worden.
Die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion begrüßt diese technische Erneuerung und unterstreicht die Bedeutung der Ampel für den Zugang zu Hilfe und Unterstützung: „Jede Frau hat ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt. Diese Website wird ihren Beitrag dazu leisten, dass Frauen diesen Ausweg aus der Gewalt wohlmöglich leichter finden.“