Die SPD-Stadtratsfraktion mit Susanne Müller, MdL auf dem Marktplatz
Die aktuelle Berichterstattung zur möglichen Verkehrsberuhigung in der Sinziger Innenstadt zeigt, wie wichtig vielen Bürgerinnen und Bürgern, Gewerbetreibenden und politischen Akteuren die Zukunft unserer Stadtmitte ist. Das ist gut. Denn die Frage, wie Marktplatz, Kirchplatz und Bachovenstraße künftig gestaltet werden sollen, betrifft Wirtschaft und Lebensqualität gleichermaßen. „Eine klug geplante Verkehrsberuhigung oder Fußgängerzone ist hier eine große Chance: Sie schafft mehr Raum für sichere Wege, für Begegnung, für zusätzliche Sitzmöglichkeiten und für mehr Grün in der Stadt. Sie stärkt den Einzelhandel, indem die Innenstadt für ältere Menschen und Familien attraktiver wird“, erklärt Dr. Richard Figura für die SPD-Fraktion.
Denn die wirtschaftliche Lage der Innenstädte im Wandel mitzudenken, ist ein wesentlicher Faktor. Innenstädte stehen heute bundesweit unter Druck – durch den Onlinehandel, verändertes Konsumverhalten und strukturelle Veränderungen im Einzelhandel. Befürchtungen, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen zu einer weiteren wirtschaftlichen Verschlechterung führen, sind laut einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) jedoch nicht belegbar.
So sind Fragen der Wirtschaftlichkeit und der Aufenthaltsqualität keine Gegensätze. Genau deshalb hat die SPD bereits im Januar 2025 die Prüfung eines umfassenden Verkehrswegekonzepts für die Innenstadt mit initiiert, um die Auswirkungen auf Handel, Tourismus und Lebensqualität sowie mögliche Verkehrsverlagerungen und Nutzungskonflikte zu beleuchten.
Die bisher öffentlich vorgestellten Entwürfe folgen genau diesem Ansatz: Es werden unterschiedliche Varianten betrachtet, und die Stadt bittet ausdrücklich um Rückmeldungen aus der Bürgerschaft. Parallel werden Verkehr, Parken und Platzgestaltung gemeinsam betrachtet. Vorgesehen ist außerdem, den Marktplatz als zentralen Begegnungsort weiterzuentwickeln.
Die laufende Online-Befragung ist ein wichtiger Bestandteil des Beteiligungsprozesses und fließt in die weitere Entscheidungsfindung ein. Sie macht sichtbar, welche Erwartungen, Sorgen und Wünsche die Bürgerinnen und Bürger mit der Zukunft der Innenstadt verbinden. Zugleich werden für eine tragfähige Entscheidung auch fachliche Analysen, verkehrliche Fragen, städtebauliche Ziele und die Belange von Handel, Anwohnern und Besuchern herangezogen.
Ein gutes Signal für Sinzig ist, dass die Entwicklung auch auf Landesebene Aufmerksamkeit erfährt. Mit Susanne Müller, der Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Remagen/Sinzig, gibt es politische Unterstützung auch dort, wo Förderprogramme, Rahmenbedingungen und Finanzierung mitgestaltet werden. Gerade bei langfristigen Projekten zur Stärkung der Innenstadt ist es ein Vorteil, wenn kommunales Engagement und landespolitische Unterstützung zusammenwirken.
Für die SPD-Fraktion bleibt deshalb entscheidend: „Die Debatte darf nicht in den falschen Gegensatz von Handel oder Lebensqualität gedrängt werden. Eine zukunftsfähige Innenstadt braucht beides. Sie muss gut erreichbar sein, aber sie muss auch ein Ort sein, an dem Menschen sich gern aufhalten, einkaufen, sich begegnen und Veranstaltungen besuchen. Wer verhindern will, dass Sinzig an Lebendigkeit verliert, sollte deshalb nicht nur fragen, wie Autos weiterhin durch die Innenstadt fahren, sondern auch, wie das Zentrum insgesamt attraktiver und stärker werden kann“, so Dr. Richard Figura.