110 Jahre Sinziger SPD - Blick auf den Kompass

Ortsverein

Zehn Jahre sollte es noch bis zum Ende des Kaiserreichs dauern. Der Erste Weltkrieg stand noch bevor, als sich nach Sinzig angesiedelte Arbeiter der Flaschenfabrik zur Gründung einer SPD-Ortsgruppe entschlossen. Auslöser waren die Lage im Reich, die Arbeitsbedingungen, die Löhne, die fehlende soziale Absicherung und die Not ihrer Familien. In das gleiche Jahr fällt ebenfalls die Gründung eines Arbeitersportvereins, der freien Turn- und Sportvereinigung 08.

Die SPD wurde polizeilich beobachtet und -auch von den Kanzeln herab- bekämpft. Die Genossen blieben bei allen persönlichen Risiken standhaft. Das führte sie später bis in die Gestapo-Zellen und KZs. Es gab ehrenhaften sozialdemokratischen Widerstand gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz. Danach war die Arbeit nur noch im Untergrund möglich. Nachdem der Nationalsozialismus überwunden war, wurde in Sinzig die Parteifahne aus ihrem Versteck geholt, und der Einsatz für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ging weiter...

Wohin Hass und Hetze, wohin Menschenverachtung führen kann, das haben Sozialdemokraten damals bitter gelernt - und nicht vergessen. Brüderlich zu helfen, wenn Menschen in Not sind, ist ihr Anspruch, den sie nicht aufgeben werden. Hunger, Krieg und Unterdrückung verlangen eine politische Antwort, und sie verlangen die Tat.

Sozialdemokraten haben in Deutschland die Kranken-, Renten- und die Arbeitslosenversicherung durchgesetzt. Das allgemeine und das Frauenwahlrecht, Arbeitnehmerrechte und Zugang zur Bildung für alle sind weitere Errungenschaften, die uns heute ganz selbstverständlich scheinen. Die Globalisierung, ungezügelte Gesetze des Markts, die Rüstungsindustrie und die Banken sorgen dafür, dass man sich darauf nicht ausruhen kann. Immer wieder gilt es, sich Entwicklungen entgegenzustemmen, die das Erreichte einzureißen drohen. In einem Land, in dem sich die Schere zwischen Arm und Reich wieder auftut, bleibt viel für die SPD zu tun. 

Eine Gesellschaft, die auseinanderzufallen droht und die die SPD nicht mehr als Anwalt der Menschen wahrnimmt, die sonst keine Vertretung haben, macht die politische Arbeit nicht leicht. Aber alternativlos: „Unsere Aufgabe ist ja nicht erledigt. Wir nehmen aus der 110-jährigen Geschichte die Lehre und die Zuversicht mit, dass unser Ziel, die gerechte und menschliche Gesellschaft zu bauen, jede Mühe lohnt“, so Vorstandsmitglied Martin Eggert. Axel Friedrich, der Vorsitzende des Ortsvereins ergänzt: „Darüber, was eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft ganz konkret in Sinzig bedeutet, sind wir derzeit bei unseren Themenabenden im Gespräch mit den Sinzigern. Soviel können wir jetzt schon sagen: Da ist Stoff und Arbeit genug für die Zeit, bis zum nächsten runden Geburtstag zusammengekommen.“
 
Der nächste Themenabend folgt am Montag, den 15. Oktober um 19:30 Uhr im Kelterhaus der Winzergaststätte in Bad Bodendorf.

Die SPD feiert ihren Geburtstag im Rahmen einer Mitgliederversammlung am 19. Oktober um 19:30 Uhr im Schloss. Gäste und Gratulanten sind willkommen.

 
 

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