Sinziger Schloss: Die „gute Stube“ Sinzigs braucht mehr Aufmerksamkeit

Pressemitteilung

Am Sonntag, den 5. November besuchten Vertreter der SPD-Ortsvereine Bad Bodendorf und Sinzig die „gute Stube“ der Stadt - das Sinziger Schloss. Kenntnisreich führten die Leiterin des Museums Agnes Menacher und Karl-Friedrich Amendt, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums, die Besucher durch die Räumlichkeiten und vermittelten einen Eindruck von der Schönheit des Gebäudes ebenso wie von dem prekären Zustand, in dem sich viele Bereiche des Schlosses befinden.

Während einzelne Räume in letzter Zeit aufwendig wieder hergerichtet wurden – die Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen, es zeigt sich aber wieder viel von der einstigen Pracht – besteht weiterhin grundlegender Sanierungsbedarf: So sind beispielsweise Schäden, die im Zuge des Erdbebens von 1992 (!) entstanden, bis heute nicht vollständig beseitigt. Mauerrisse in den oberen Räumlichkeiten gewähren Kälte und Nässe leichten Zugang. Elektrische Leitungen sind marode, die sanitären Anlagen veranschaulichen das Leben in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, die oberen Räume des Schlosses bieten vielerlei Insekten ein gemütliches Heim. Denkmalschützer bezifferten die Kosten für den unbestreitbaren Sanierungsbedarf bereits vor Jahren auf mehr als 6 Mio. DM, die Kosten dürften heute nicht wesentlich geringer sein. Die Aufwendungen der Stadt scheinen gegenwärtig nur geeignet, den Verfall des Schlosses zu verzögern – verhindern können sie ihn letztendlich nicht.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Leiterin des Museums und der Förderverein mit großem Engagement bemüht sind, das Gebäude und die darin befindlichen Exponate im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu erhalten. Von Seiten der Stadt mangelt es derzeit hingegen noch an einem „Schlossmanagement“, das sowohl die Pflege, die Renovierung wie auch die Nutzung zentral koordiniert. Vor dem Hintergrund der hohen Sanierungskosten erscheint es sinnvoll, dass die Stadt ein Gesamtkonzept für die Sanierung entwickelt, das nachfolgend schrittweise realisiert wird. Der Fraktionsvorsitzende der SPD sagte zu, dass man sich im Stadtrat des Themas annehmen wolle, „Schließlich“, so Hartmut Tann „handelt es sich um eines der repräsentativsten Gebäude, mit dem sich die Stadt der Öffentlichkeit präsentieren kann.“

 
 

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